Frau Huber klingt heute ganz anders. „Frau Demir, wir haben Ihren Brief bekommen. Es tut uns leid.“ Elif atmet tief ein und bleibt höflich. „Danke für Ihren Anruf. Könnten Sie bitte so schnell wie möglich einen Handwerker schicken?“
„Der Handwerker kommt nächsten Montag“, sagt Frau Huber. „Wäre es möglich, dass er schon am Morgen kommt? Ich arbeite ab elf Uhr.“ „Ja, das geht. Und Sie bekommen für drei Monate zehn Prozent Mietzinsreduktion.“ Elif kann es kaum glauben.
Eine Woche später ist das Bad neu gestrichen, und die Wand ist trocken. Elif hustet nicht mehr und schläft wieder gut. Mit dem gesparten Geld möchte sie etwas Neues beginnen. Sie ruft bei einer Sprachschule in Winterthur an: „Guten Tag, ich würde gern einen B1-Kurs besuchen. Hätten Sie am Abend noch einen Platz frei?“
Am Samstag lädt Elif alle auf ihren Balkon ein: Luca, Sara und sogar Frau Brunner aus Zürich. Luca hebt sein Glas: „Auf Elif! Vor einem Jahr bist du mit zwei Koffern angekommen, und heute hast du die Verwaltung besiegt.“ Alle lachen. Elif denkt: Jetzt bin ich wirklich zu Hause.