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Zwischen Rhein und Entscheidung · 1/6

Zurück ins Büro?

Drei Jahre sind vergangen, seit Elif von Zürich nach Basel gezogen ist. Inzwischen leitet sie bei der Rheinlog AG, einem mittelgrossen Logistikunternehmen auf dem Dreispitz-Areal, ein Team von acht Personen. Sie wohnt im Klybeckquartier in Kleinbasel, nur wenige Minuten vom Rhein entfernt, und fährt jeden Morgen mit dem Velo zur Arbeit.

An einem Montag im März verkündet die Geschäftsleitung eine neue Regel: Ab Mai sollen alle Mitarbeitenden mindestens vier Tage pro Woche im Büro arbeiten. Die Reaktion in Elifs Team ist eindeutig. „Zwar verstehe ich, dass persönlicher Austausch wichtig ist, aber ich pendle täglich aus Liestal“, sagt Jonas, der Jüngste im Team. Sabine, Mutter von zwei Kindern, ergänzt: „Obgleich ich gern ins Büro komme, ist die Kinderbetreuung ohne Homeoffice kaum zu organisieren.“

Elif steckt in einer Zwickmühle. Persönlich ist sie zwar überzeugt, dass ihr Team zu Hause genauso produktiv arbeitet, trotzdem muss sie als Teamleiterin die Entscheidung der Geschäftsleitung vertreten. Sie bittet ihren Vorgesetzten, Herrn Vogt, um ein Gespräch und schlägt eine Lösung vor: drei Bürotage, die das Team gemeinsam festlegt. Herr Vogt hört aufmerksam zu, obwohl er sichtlich unter Druck steht.

„Über Ihren Vorschlag können wir reden“, sagt er schliesslich. „Aber zuerst habe ich etwas Wichtigeres für Sie.“ Er legt ihr eine Mappe auf den Tisch. Rheinlog soll für eine grosse Detailhandelskette ein neues, digitales System zur Belieferung der Filialen in der Basler Innenstadt entwickeln. Die Frist sei äusserst knapp, das Budget begrenzt, und Elif solle das Projekt leiten.

Am Abend, als sie müde nach Hause kommt, findet sie einen Flyer in ihrem Briefkasten. „Die Klybeckstrasse wird autofrei – Informationsabend im Quartiertreff“, steht darauf. Elif runzelt die Stirn. Genau durch diese Strasse fahren jeden Tag die Lieferwagen von Rheinlog.

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