Vier Tage später ruft Frau Meier an: Elif hat die Stelle! Sie beginnt in einem Monat, und schon nächste Woche startet die Weiterbildung zur Fachfrau Kundendialog an einer Abendschule in Oerlikon. Damit Elif den Kurs besuchen kann, bezahlt Velotec die Hälfte der Kosten.
Elif feiert mit Nadia bei einem Kebab an der Langstrasse. Doch der Brief von Herrn Brunner liegt immer noch auf ihrem Küchentisch. „Du musst etwas unternehmen“, sagt Nadia. „Geh zum Mieterverband, um dich beraten zu lassen.“
Am Samstagmorgen fährt Elif deshalb zum Büro des Mieterverbands. Sie hat alles mitgenommen: den Mietvertrag, den Brief und Fotos vom vollen Veloraum. Sie hat die Fotos gemacht, damit sie beweisen kann, dass im Keller kein Platz ist.
Der Berater, ein junger Jurist namens Herr Huber, liest alles genau durch. „Wozu schreibt er Ihnen diesen Brief?“, fragt er. „Um Ihnen Angst zu machen. Eine Kündigung wegen einer Geburtstagsparty oder eines Velos ist nicht so einfach.“ Er erklärt, dass eine Kündigung auf einem offiziellen Formular des Kantons erfolgen muss. Ein normaler Brief reicht nicht.
Elif ist erleichtert. Doch dann sagt Herr Huber: „Achtung, wenn er Ihnen später das offizielle Formular schickt, haben Sie nur dreissig Tage Zeit, um bei der Schlichtungsbehörde zu reklamieren. Verpassen Sie diese Frist nicht!“
Als Elif nach Hause kommt, steht ein Mann vor ihrer Tür. Es ist Herr Brunner, und in der Hand hält er einen gelben Umschlag.