Die Schweizer Bevölkerung wird älter. Nach Szenarien des Bundesamts für Statistik wird die Zahl der über 80-Jährigen bis 2050 fast auf das Doppelte ansteigen. Damit stellt sich eine Frage immer dringlicher: Wie und wo wollen Menschen wohnen, wenn sie nicht mehr ganz selbstständig sind?
Umfragen zeigen ein klares Bild. Eine grosse Mehrheit der älteren Menschen möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Das ist nachvollziehbar, bringt aber Probleme mit sich. Viele leben in Wohnungen oder Häusern, die nicht altersgerecht gebaut sind – mit Treppen, schmalen Türen und Badewannen statt ebenerdiger Duschen. Zudem bewohnen ältere Paare oder Alleinstehende häufig grosse Familienwohnungen, während junge Familien in den Städten verzweifelt nach Platz suchen.
Zwischen dem klassischen Pflegeheim und der eigenen Wohnung ist in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Wohnformen entstanden. Beim betreuten Wohnen leben Seniorinnen und Senioren in eigenen, hindernisfreien Wohnungen, können aber bei Bedarf Unterstützung durch Spitex oder einen Hausdienst beanspruchen. In Mehrgenerationenhäusern, die vor allem von Genossenschaften gebaut werden, teilen sich Jung und Alt Gemeinschaftsräume und helfen einander im Alltag.
Solche Modelle haben zwar viele Vorteile, sind aber nicht für alle erschwinglich. Wer nur von der AHV lebt, kann sich eine Wohnung mit Serviceleistungen oft nicht leisten. Ergänzungsleistungen decken die Kosten für betreutes Wohnen bisher nur teilweise. Der Bundesrat hat deshalb eine Anpassung vorgeschlagen, die Betroffenen einen längeren Verbleib in einer selbstständigen Wohnform ermöglichen soll.
Fachleute der Altersarbeit sind sich einig, dass Wohnen im Alter nicht allein eine private Angelegenheit ist. Je früher Gemeinden altersgerechten Wohnraum planten, desto eher liessen sich teure Heimeintritte vermeiden.