Wer in Zürich, Genf oder Basel eine bezahlbare Wohnung sucht, braucht vor allem eines: Geduld. Die Leerwohnungsziffer, also der Anteil der leer stehenden Wohnungen, liegt in den grossen Städten seit Jahren deutlich unter einem Prozent. Auf eine attraktive Wohnung melden sich nicht selten mehrere hundert Interessierte.
Die Ursachen sind vielfältig. Die Bevölkerung wächst, gleichzeitig ist Bauland in den Städten knapp und teuer. Hinzu kommt, dass jede Person heute durchschnittlich mehr Wohnfläche beansprucht als noch vor dreissig Jahren – nicht zuletzt, weil immer mehr Menschen allein leben.
Unter den Wohnungssuchenden ist ein regelrechter Wettbewerb entstanden. Ein vollständiges Bewerbungsdossier mit Betreibungsauszug, Lohnnachweis und Referenzen gilt inzwischen als selbstverständlich. Wer einen ausländisch klingenden Namen trägt oder keinen unbefristeten Arbeitsvertrag vorweisen kann, hat es erfahrungsgemäss schwerer, auch wenn sich Diskriminierung im Einzelfall kaum nachweisen lässt.
Politisch wird intensiv über Lösungen gestritten. Die einen fordern mehr gemeinnützigen Wohnungsbau, etwa durch Genossenschaften, deren Mieten sich an den tatsächlichen Kosten orientieren. Die anderen setzen darauf, Bauvorschriften zu lockern, damit schneller und dichter gebaut werden kann. Einig ist man sich lediglich darin, dass sich die Lage ohne entschlossenes Handeln kaum entspannen wird.