Seit Montag wohnt ein neuer Nachbar bei uns im Haus. Er heisst Bruno, hat einen grossen Schnurrbart und ein Tattoo am Arm. Zuerst hatte ich Sorge, denn tagsüber macht er ständig laute Musik. Aber schon nach zwei Tagen war klar: Bruno ist sympathisch.
Am Mittwoch lief in der Toilette das Wasser und hörte nicht mehr auf. Das war schlimm, denn bald war der ganze Flur nass. Ich habe bei Bruno geklingelt, und er kam sofort mit Werkzeug.
Er meinte, dass etwas im Rohr stecken muss. Nach zehn Minuten hatte er ein Stück Seife in der Hand. Ein spezielles Werkzeug brauchte er nicht. Man darf nie zu fest gegen die Rohre stossen, das ist sein wichtigster Tipp. Schliesslich lief das Wasser wieder normal, und ich war sicher: Wir brauchen keinen Handwerker.
Ich wollte ihm Geld geben, aber Bruno hat nur gelacht. «Leg es in dein Sparschwein», hat er gesagt. Am Abend haben wir separat gekocht und zusammen gegessen. Seine Suppe war super, mein Kuchen war auch toll. Ein schrecklicher Morgen – und trotzdem ein schöner Tag.