Meine Freundin Lena hatte einen Traum: Sie wollte einmal richtig ungarisch kochen lernen. Im Winter hat sie einen Kochkurs gebucht. «Das ist total verrückt», habe ich gesagt, «du kannst gar nicht kochen.» Aber Lena hat nur gelacht.
Am ersten Abend hat sie fast verschlafen. Der Kurs war schon halb vorbei, als sie ankam. Der Koch hiess Zoltán. Zuerst fand sie ihn unsympathisch, weil er ständig «Vorsicht!» rief. Er hat erklärt, warum Handys in der Küche verboten sein müssen.
Dann hat Zoltán einen Trick gezeigt: Man muss die Zwiebel kalt verwenden, dann weint man nicht. Lena hat Paprika, Tomaten, Knoblauch usw. geschnitten. Die anderen wollten sie unterstützen, denn alle waren verschieden gut. Das Gulasch war sehr fein.
Nach drei Wochen war der Kurs zu Ende. Zoltán hat gefragt, ob er am Sonntag vorbeikommen darf. Dann ist passiert, was niemand erwartet hat: Man kann sich verlieben, sogar im Kochkurs. Zu Hause hat Lena ihre tote Zimmerpflanze weggeworfen. «Tschüs, altes Leben», hat sie gelacht. Manchmal muss man einfach etwas Neues tun und weiter träumen.