Eine Bohrmaschine wird im Durchschnitt nur etwa 15 Minuten in ihrem ganzen Leben benutzt. Trotzdem steht in vielen Schweizer Haushalten eine im Keller. Immer mehr Menschen fragen sich deshalb: Muss ich wirklich alles selbst besitzen?
In vielen Städten gibt es inzwischen sogenannte Leihbibliotheken für Gegenstände. In Bern, Basel und Zürich kann man dort gegen eine kleine Jahresgebühr Werkzeuge, Campingausrüstung, Spiele oder sogar eine Nähmaschine ausleihen. Die Sachen werden von Privatpersonen gespendet und von Freiwilligen kontrolliert. Wer etwas ausleihen möchte, kann es vorher online reservieren.
Auch beim Verkehr ist das Teilen beliebt. Mit einem Abo von Mobility kann man rund um die Uhr ein Auto reservieren, das in der Nähe steht. Viele Familien, die in der Stadt wohnen, haben deshalb ihr eigenes Auto verkauft. Sie sparen so Geld für Versicherung, Parkplatz und Reparaturen.
Nicht alle sind begeistert. Einige finden es unpraktisch, wenn man etwas zuerst reservieren und abholen muss. Andere haben Angst, dass geliehene Dinge kaputt oder schmutzig sind. Und manche Leute möchten ihre Sachen einfach lieber selbst besitzen.
Für die Umwelt hat das Teilen jedoch klare Vorteile: Wenn weniger Produkte hergestellt werden, braucht man weniger Rohstoffe und Energie. Und oft lernt man bei der Übergabe auch noch seine Nachbarn kennen.