Nach vierzehn Jahren in der Schweiz hat Frau Haziri ein Gesuch um Einbürgerung gestellt. Die Bedingungen sind kantonal verschieden, aber einige gelten überall: eine Mindestzeit im Land, Sprachkenntnisse und keine Schulden.
Der Papierberg war grösser als erwartet: Bestätigungen von Ämtern, Auszüge, Zeugnisse, ein Sprachnachweis und eine Liste der Wohnorte der letzten Jahre.
Dann kam das Gespräch in der Gemeinde. Drei Personen haben gefragt, wie das politische System funktioniert, welche Rechte und Pflichten man hat und was Frau Haziri am Ort macht.
Diesen letzten Teil hat sie unterschätzt. Dass sie seit sechs Jahren im Elternrat der Schule mitarbeitet, war für die Kommission wichtiger als eine Jahreszahl aus der Geschichte.
Nach zwei Jahren war der Entscheid da. Ihre Tochter hat gefragt, was jetzt anders sei. Frau Haziri hat geantwortet: „Für dich fast nichts. Für mich: Ich darf im November abstimmen.“