Wohngemeinschaften sind nicht mehr nur für Studenten. Nach ihrer Trennung hat Frau Keller mit zweiundvierzig ein Zimmer in einer Wohnung mit zwei anderen Erwachsenen gesucht.
Der Grund war zuerst das Geld. Eine Dreizimmerwohnung allein hätte fast ihren halben Lohn gekostet. Im geteilten Haushalt zahlt sie siebenhundert Franken inklusive Nebenkosten.
Dazu kam etwas, das sie nicht geplant hatte. Die ersten Monate nach der Trennung waren schwer, und es hat geholfen, am Abend nicht in eine leere Wohnung zu kommen.
Zusammenleben mit Erwachsenen funktioniert anders als mit zwanzig. Es gibt keinen Putzplan an der Wand, aber klare Abmachungen: eigene Regale im Kühlschrank, Gäste bis dreiundzwanzig Uhr, einmal im Monat ein gemeinsames Essen.
Frau Keller weiss, dass das eine Phase ist. In zwei Jahren möchte sie wieder allein wohnen. „Aber ich hätte nie gedacht, dass ich mit vierzig noch neue Freundschaften finde, einfach weil ich eine Küche teile.“