Praktikum ist ein weites Wort. Es kann eine echte Chance sein oder billige Arbeit mit einem freundlichen Namen. Der Unterschied zeigt sich meistens in der ersten Woche.
Ein gutes Praktikum hat einen Plan: Wer zeigt was, welche Aufgaben kommen wann, und wer schaut am Ende auf das Ergebnis. Es gibt eine Ansprechperson und ein Gespräch nach einem Monat.
Bei Julia war das anders. Sie hat sechs Monate Adressen in eine Tabelle geschrieben, für achthundert Franken im Monat. Gelernt hat sie in dieser Zeit fast nichts.
Nach drei Monaten hat sie um ein Gespräch gebeten und gefragt, welche Aufgaben noch geplant seien. Die Antwort war ehrlich: keine. Julia hat das Praktikum beendet und das kurz und sachlich in ihrem Lebenslauf erklärt.
Ihr zweites Praktikum war kürzer, aber anders. Sie durfte eigene Texte schreiben, hat eine Rückmeldung zu jedem Text bekommen, und am Ende hat die Firma ihr eine befristete Stelle angeboten.