Früher hat Familie Kunz am Abend zusammen die Nachrichten geschaut. Heute liest jeder etwas anderes auf dem Handy, und beim Essen reden alle über verschiedene Welten.
Der Sohn hat eine Meldung geglaubt, die falsch war: ein Video mit einem Politiker, der etwas gesagt haben soll. Die Aufnahme war echt, aber der Satz kam aus einem anderen Zusammenhang.
Die Tochter hat ihm drei Fragen gezeigt, die sie in der Schule gelernt hat: Wer sagt das? Wann war das? Und findet man dieselbe Information bei einer zweiten, unabhängigen Quelle?
Bei dem Video war die Antwort schnell klar. Der Ausschnitt war zwei Jahre alt, und im vollständigen Beitrag hatte der Politiker das Gegenteil gemeint.
Seither gibt es bei Familie Kunz eine Regel: Bevor jemand etwas weiterschickt, prüft er die zweite Quelle. Der Vater sagt, das dauere zwei Minuten und habe schon dreimal peinliche Nachrichten verhindert.