Am Samstagabend hat der Sohn von Frau Berisha achtunddreissig Grad Fieber und Ohrenschmerzen. Die Praxis ist geschlossen, und die Mutter überlegt, ob sie in den Notfall fahren soll.
In den Notfall gehört, wer ernsthaft in Gefahr ist: starke Brustschmerzen, Atemnot, eine schwere Verletzung, ein Sturz auf den Kopf. Für alles andere gibt es andere Wege.
In jedem Kanton gibt es eine Nummer für den Notfalldienst am Wochenende. Dort hört eine Fachperson zu, stellt Fragen und sagt, ob man warten, in eine Notfallpraxis gehen oder sofort kommen soll.
Frau Berisha hat angerufen. Nach vier Fragen war klar: Fieber senken, viel trinken, am Montag zum Arzt. Der Anruf hat neun Minuten gedauert.
Ein Besuch im Notfall des Spitals hätte mehrere Stunden Wartezeit und deutlich höhere Kosten bedeutet. Wichtiger war für sie aber etwas anderes: Sie hatte nach dem Anruf keine Angst mehr.