Früher hat Familie Lüscher die Ferien genau geplant: jeden Tag ein Ausflug, Tickets vorher gekauft, eine Liste mit Sehenswürdigkeiten. Nach zwei Wochen waren alle erschöpft.
Letztes Jahr haben sie es anders gemacht. Zwei Dinge waren gebucht: die Unterkunft und die Fahrt. Alles andere wurde am Morgen beim Frühstück entschieden.
Die ersten zwei Tage war das ungewohnt. Der Vater hat dreimal gefragt, was der Plan sei. Die Tochter hat gesagt, sie finde es langweilig – und ist dann drei Stunden im Fluss geblieben.
Gemacht haben sie weniger. Gesehen haben sie ein Museum statt fünf, dafür zwei Stunden lang. Am Abend war niemand in Eile, und niemand hat ein Ticket verpasst.
Frau Lüscher sagt, sie hätten nicht die Ferien geändert, sondern die Erwartung. „Wir haben nicht mehr das Gefühl, dass wir etwas verpassen. Wir sind einfach dort.“