Ein Kurs am Abend klingt harmlos: zwei Abende pro Woche, dazu ein Samstag im Monat. Wer das drei Jahre lang macht, merkt schnell, dass es kein Hobby ist.
Frau Tanner arbeitet achtzig Prozent und besucht eine Ausbildung im Personalwesen. Ihr Arbeitgeber zahlt die Hälfte der Kosten. Dafür hat sie unterschrieben, dass sie zwei Jahre im Betrieb bleibt.
Am schwierigsten ist nicht der Unterricht, sondern alles dazwischen: Lernen im Zug, Aufgaben am Sonntagmorgen, ein Geburtstag, an dem sie nur eine Stunde bleibt.
Ihre Familie hat den Plan mitgetragen. Der Mann kocht an den Kursabenden, die Tochter macht die Wäsche. Ohne diese Abmachung, sagt Frau Tanner, hätte sie im ersten Winter aufgehört.
Was bleibt nach dem Diplom? Sie rechnet nicht mit einem sofort höheren Lohn. Aber sie sitzt heute in Sitzungen, in denen sie früher nicht war, und versteht Entscheide, die vorher einfach über sie gekommen sind.