In der Firma von Herrn Lüthi dürfen alle zwei Tage pro Woche zu Hause arbeiten. Die Regel gilt seit zwei Jahren, und das Team hat sie selber ausgehandelt.
Am Anfang lief es schlecht. Manche waren nie erreichbar, andere haben am Küchentisch bis zweiundzwanzig Uhr weitergearbeitet. Es gab Streit darüber, wer eigentlich wann verfügbar sein muss.
Heute stehen drei Sätze in einem gemeinsamen Dokument: Dienstag und Donnerstag sind alle im Büro. Zwischen neun und sechzehn Uhr antwortet man innerhalb einer Stunde. Nach achtzehn Uhr schreibt niemand mehr Nachrichten.
Herr Lüthi merkt, dass er zu Hause konzentrierter schreibt, aber Ideen leichter im Büro entstehen. Ein Gespräch in der Kaffeeküche ersetzt oft drei E-Mails.
Für seine Kollegin mit zwei kleinen Kindern sind die zwei Tage ein Gewinn: kein Pendeln, mehr Schlaf, und am Mittag isst die Familie zusammen. Sie sagt aber auch, dass sie ohne die klaren Regeln längst zu viel arbeiten würde.