In einem Betrieb mit achtzig Mitarbeitenden sprechen vierzehn Personen zu Hause kein Deutsch. Bei Sicherheitsanweisungen und in Sitzungen hat das immer wieder zu Missverständnissen geführt.
Die Firma hat darum einen Kurs im Betrieb eingerichtet: zwei Lektionen pro Woche, eine in der Arbeitszeit, eine in der Freizeit. Die Kosten teilen sich die Firma und ein Programm des Kantons.
Das Besondere ist der Inhalt. Gelernt wird nicht aus einem allgemeinen Buch, sondern mit den Texten des Betriebs: Sicherheitsblätter, Schichtpläne, Formulare, und die Sätze, die am Telefon nötig sind.
Nach einem Jahr sind die Rückmeldungen gut. Ein Mitarbeiter hat zum ersten Mal in einer Sitzung einen Vorschlag gemacht. Ein anderer hat gesagt, er verstehe jetzt, was in seinem Lohnausweis steht.
Die Personalleiterin rechnet auch nüchtern: weniger Fehler, weniger Rückfragen, weniger Unfälle. Sie sagt, der Kurs sei keine Freundlichkeit, sondern eine Investition, die sich schon im ersten Jahr gelohnt habe.