Wer wissen will, wie ein Haus funktioniert, muss nicht in die Wohnungen schauen. Es reicht ein Blick in die Waschküche und auf den Plan an der Tür.
Im Haus von Frau Odermatt gab es lange einen Zettel mit festen Zeiten pro Wohnung. Das war gerecht, aber unpraktisch: Wer am Mittwoch arbeitete, verlor seinen Termin einfach.
Eine junge Mieterin hat einen anderen Plan vorgeschlagen: eine Liste, in die man sich eine Woche vorher einträgt, höchstens zwei Termine pro Woche und Haushalt.
Zwei älteren Mietern war das zu modern. Sie hatten Angst, dass die Schnellen alles nehmen. Darum wurde die Regel ergänzt: Wer in einer Woche keinen Termin bekommt, hat in der nächsten Vorrang.
Seit einem Jahr läuft es ohne Streit. Frau Odermatt findet den Nebeneffekt wichtiger als den Plan: Man trifft sich beim Eintragen im Treppenhaus und redet kurz miteinander.