Im Frühling fährt die sechste Klasse für fünf Tage ins Lager. Für viele Kinder ist es die erste Woche ohne Eltern, und für manche Eltern die erste Woche ohne Kind.
Die Kosten sind gedeckt: Die Schule übernimmt den Grossteil, die Familien zahlen einen kleinen Beitrag, und für wen das zu viel ist, gibt es einen Fonds. Niemand muss den Grund nennen.
Zwei Wochen vorher gab es einen Informationsabend. Eine Mutter hatte Angst wegen des Essens, ein Vater wegen der Berge. Die Lehrperson hat den Plan gezeigt, Stunde für Stunde.
Im Lager gab es Regeln, die die Kinder selber aufgestellt haben. Eine hat besonders gut funktioniert: Handys bleiben in einer Kiste, aber jeden Abend darf jedes Kind zehn Minuten telefonieren.
Am Ende der Woche wollten die meisten nicht nach Hause. Die Lehrperson sagt, im Lager lerne man in fünf Tagen Dinge über eine Klasse, die man im Schulzimmer in einem Jahr nicht sieht.