In der Schweiz ist der Militärdienst für Männer obligatorisch. Wer aus Gewissensgründen keinen Dienst mit der Waffe leisten will, kann Zivildienst machen – dafür deutlich länger.
Herr Marti hat sich für den Zivildienst entschieden. Er arbeitet seit vier Monaten in einem Heim für Menschen mit Behinderung, acht Stunden am Tag, sechs Monate am Stück.
Am Anfang hat er sich unnütz gefühlt. Er hat Betten gemacht, Rollstühle geschoben und beim Essen geholfen. Nach drei Wochen hat er gemerkt, wie viel Zeit das Personal vorher nicht hatte.
Sein Bruder ist in der Armee und findet den Zivildienst zu bequem. Die beiden diskutieren am Familientisch, meistens laut, aber nicht böse. Beide finden, dass man etwas geben soll.
Herr Marti sagt, das Jahr habe seinen Berufsplan verändert. Er wollte Informatik studieren. Jetzt bewirbt er sich für eine Ausbildung in der Sozialen Arbeit.