Apps zum Sprachenlernen sind heute überall. Sie fragen Wörter ab, zählen Tage in Serie und schicken am Abend eine Erinnerung. Für den Anfang sind sie sehr nützlich.
Herr Dias hat achtzig Tage in Serie erreicht und eintausend Wörter geübt. Trotzdem konnte er im Laden nicht sagen, welche Schuhgrösse er braucht. Erkennen und Sprechen sind zwei verschiedene Dinge.
Der Lehrer im Kurs hat ihm geraten, die App zu behalten, aber anders zu nutzen: nicht Wörter allein, sondern ganze Sätze, und laut sprechen statt nur klicken.
Dazu ist etwas gekommen, was keine App ersetzt: ein Tandem. Herr Dias trifft jede Woche eine Rentnerin, die Portugiesisch lernt. Eine halbe Stunde Deutsch, eine halbe Stunde Portugiesisch, im Park oder im Café.
Nach einem halben Jahr sind seine Serien kürzer, aber er telefoniert selber mit dem Arzt. Er sagt, die App habe ihm den Anfang geschenkt und das Gespräch den Rest.