Auf zwei Quadratmetern Balkon wächst bei Herrn Cardoso mehr, als Besucher erwarten: Tomaten, Kräuter, Salat in einer alten Kiste und Erdbeeren in einem Sack an der Wand.
Begonnen hat er mit drei Töpfen, von denen zwei im ersten Sommer eingegangen sind. Der Fehler war banal: zu wenig Erde und zu viel Sonne am Mittag ohne Wasser.
Heute giesst er morgens, nicht abends, und hat einen alten Sonnenschirm für die heissesten Tage. Die Erde erneuert er jedes Frühjahr teilweise.
Der Ertrag ist klein. Die Familie isst im Sommer vielleicht zehn Mahlzeiten aus dem eigenen Anbau. Rechnet man Erde und Töpfe, ist es teurer als der Laden.
Für Herrn Cardoso ist das nicht der Punkt. Seine Tochter weiss, wie eine Tomate riecht, die nicht im Kühlschrank gelegen hat. Und drei Nachbarn haben nach demselben Sack an der Wand gefragt.