Neben dem üblichen Markt gibt es in vielen Städten Wohnbaugenossenschaften. Sie gehören den Bewohnern selber und wollen keinen Gewinn machen, sondern günstige Wohnungen anbieten.
Die Miete liegt oft deutlich unter dem Marktpreis. Dafür zahlt man beim Einzug Anteilscheine, meistens mehrere tausend Franken. Dieses Geld bekommt man beim Auszug wieder zurück.
Frau Rüegg wartet seit vier Jahren auf eine Wohnung. Die Listen sind lang, und wer viel Platz pro Person hat, kommt nicht an die erste Stelle. Grosse Familien haben Vorrang.
Dazu kommen Pflichten. In ihrer Genossenschaft arbeiten alle Haushalte vier Stunden im Jahr im Garten oder im Gemeinschaftsraum. Zweimal im Jahr gibt es eine Versammlung mit Abstimmung.
Für Frau Rüegg ist genau das der Punkt. „Ich zahle weniger, aber ich muss auch mitreden“, sagt sie. „Wer nur Ruhe will und niemanden sehen möchte, ist dort am falschen Ort.“