Seit einem Jahr benutzt Herr Reinhard ein Programm, das Texte schreibt und Fragen beantwortet. Zuerst hat er es für Bewerbungen gebraucht, dann für Briefe an Ämter.
Er ist Elektriker und schreibt ungern. Das Programm gibt ihm in zwei Minuten einen Entwurf, den er dann selber korrigiert – und zwar immer, denn zweimal stand ein Satz darin, den er nie gesagt hätte.
Ein Kollege hat etwas erlebt, das Herrn Reinhard vorsichtig gemacht hat. Das Programm hat eine Vorschrift zitiert, die es gar nicht gibt. Der Kollege hat sie in einem Angebot verwendet.
Seither gilt bei ihm eine Regel: Formulieren ja, Fakten nein. Zahlen, Fristen und Vorschriften prüft er an der Quelle, nicht im Programm.
Seine Tochter macht Hausaufgaben damit, und darüber diskutieren sie oft. Sein Argument: „Wenn du es benutzt, um schneller fertig zu sein, lernst du nichts. Wenn du es benutzt, um etwas zu verstehen, lernst du mehr als ich damals.“