Zweimal im Monat war in der Wohnung über Frau Gasser bis drei Uhr Musik. Am Anfang hat sie nichts gesagt, weil sie nicht als die alte Frau von unten gelten wollte.
Nach dem vierten Mal hat sie geklingelt – am Sonntagnachmittag, nicht um zwei Uhr nachts. Das war ein guter Entscheid: Ein Gespräch am Tag führt selten zu Streit.
Der Nachbar, ein Student, war überrascht. Er hat gesagt, unter ihm sei ein leeres Büro, darum habe er nie an Lärm gedacht. Sie haben abgemacht: nach dreiundzwanzig Uhr keine Musik mit Bass.
Dreimal hat es funktioniert, beim vierten Fest nicht. Frau Gasser hat dann der Verwaltung geschrieben, sachlich, mit Daten und Uhrzeiten, und eine Kopie an den Nachbarn geschickt.
Die Verwaltung hat einen Brief geschickt. Seither ist Ruhe. Frau Gasser sagt, sie habe vor allem gelernt, wie wichtig die Reihenfolge ist: zuerst selber reden, schriftlich erst danach.