Lange hat Frau Suter gedacht, sie sei einfach nicht belastbar genug. Sie hat zehn Stunden gearbeitet, danach die Kinder geholt und am Abend nichts mehr gefühlt – weder Freude noch Ärger.
Der Wendepunkt war ein Morgen, an dem sie im Auto sass und nicht losfahren konnte. Sie hat am selben Tag beim Hausarzt angerufen und gesagt, es gehe nicht mehr.
Der Arzt hat ihr zwei Wochen Pause verschrieben und eine Fachperson empfohlen. Die Wartezeit war lang, sechs Wochen, aber die Praxis hat ihr einen Platz in einer Gruppe angeboten.
In der Gruppe waren acht Personen, ein Lehrer, eine Verkäuferin, ein Bauarbeiter. Frau Suter hat gemerkt, dass sie nicht schwach war, sondern lange ohne Pause gelaufen ist.
Heute arbeitet sie achtzig Prozent. Sie sagt, das eigentliche Problem sei nicht der Stress gewesen, sondern die Überzeugung, dass man über solche Dinge nicht sprechen darf.