Am Freitag durfte unsere Band zum ersten Mal ausserhalb der Stadt auftreten, im Kulturhaus von Wettingen. Die Aufregung war schon am Mittag gross, obwohl wir nur drei Lieder spielen sollten. Zum Glück konnte ich am Morgen ausschlafen.
Im Zug merkte ich, dass ich mein Handy dringend aufladen musste. Leo und ich sassen weit auseinander, weil er sich furchtbar aufgeregt hatte: Unsere Noten lagen nicht in der richtigen Reihenfolge, und wir mussten sie neu auswählen. Dabei können zehn Minuten Verspätung kein Konzert aufhalten.
Im Saal mussten wir aufpassen, denn die Bühne war sehr schmal. Ein Techniker mit grauem Bart wollte die schwere Tür neben dem Ausgang aufmachen, weil es drinnen beinahe dreissig Grad warm war. Die Plätze waren begrenzt und konnten nicht für alle Gäste ausreichen.
Vorher konnte ich den neuen Verstärker kurz ausprobieren. Unser Sänger wollte in der Lederjacke seines Vaters besonders gut aussehen, und das war wirklich eine ausgezeichnete Idee. Ich musste mir nur noch schnell die Reihenfolge der Lieder aufschreiben.
Nach dem letzten Lied fühlte ich mich befreit. Auf dem Perron mussten wir ausgerechnet unserer Lehrerin begegnen, die gesagt hat, der Klang war nur ausreichend. Mit solcher Kritik muss man sich auseinandersetzen, auch wenn sie weh tut. Wer für die gerissene Saite aufkommen muss, weiss ich bis heute nicht, aber mit unserer Band geht es aufwärts.