Letzten Samstag haben wir uns entschlossen, auf den Flohmarkt am See zu gehen. Das alte Schloss stand grau im Nebel, und am Eingang hing ein Schild, das ganz schief an der Mauer befestigt war. Wir mussten uns beeilen, weil die besten Stände schon um acht öffneten.
Vor dem ersten Stand stand eine lange Schlange. Eine junge Frau schminkte sich in aller Ruhe, während ihr Freund den Kinderwagen durch die schmale Gasse schieben musste. Im Turm begann eine Glocke zu schlagen, und ich öffnete meinen schwarzen Schirm, weil es plötzlich regnete.
An einem Stand kaufte ich eine alte Schere und drei Stücke Seife, die seltsam nach Lavendel rochen. Der Verkäufer stellte eine Leiter senkrecht an die Wand, um ein Bild abzuhängen. Dabei bekam ich einen grossen Schreck, denn die Leiter rutschte.
Der Verkäufer schüttelte nur den Kopf. „Mit dieser Leiter habe ich jedes Jahr Schwierigkeiten", sagte er. Eine Kundin wollte sich sofort beim Veranstalter beschweren, weil sich die Notausgänge hinter den Ständen befinden. „So etwas muss sich niemand gefallen lassen", rief sie laut.
Am Nachmittag wurde das Wetter schrecklich, trotzdem haben wir uns über den Tag gefreut. Wer alte Dinge mag, für den kann sich ein Besuch wirklich lohnen. Nächstes Jahr komme ich wieder, aber diesmal mit festen Schuhen und einem grösseren Schirm.