Im November bin ich abends von Luzern nach Hause gefahren. Die Umgebung war still, und der Nebel lag unheimlich dicht über den Feldern. Plötzlich ist ein Reh auf die Strasse getreten. Ich habe sofort gebremst, um das Tier nicht zu überfahren.
Der Wagen rutschte trotzdem in den Graben. Ein Holzpfosten ist umgefallen, und der Motor war danach total tot. Als ich mich endlich umdrehen konnte, war das Reh schon im Wald verschwunden. Mit einem alten Tuch habe ich mir das Gesicht abgewischt.
Ein junger Typ hielt an und half mir. Er war tierisch nett und rief sofort die Polizei, obwohl er selbst ungeduldig auf die Uhr schaute. Vor Schreck liefen mir plötzlich die Tränen über das Gesicht, und er hat mich einfach umarmt.
Am nächsten Tag rief ich die Versicherung an. Zum Glück hatte ich eine Teilkaskoversicherung, denn sie zahlt auch bei Wildschäden. Der Papierkram war unglaublich: Fotos, Formulare, eine Bestätigung der Polizei und so weiter. Die Beraterin war aber ungewöhnlich freundlich, und die Beratung war umsonst.
Zwei Wochen später war das Auto repariert. Ich war überglücklich, obwohl die Sache teuer wurde. Traurig bin ich nur, weil ich nachts immer noch von dem Reh träume. Mein neuer Traum ist ein Zug-Abo, denn je öfter ich den Zug nehme, umso ruhiger schlafe ich. Das wäre wirklich toll.