Im Februar wollte ich meine Schwester in Como besuchen. Ich hatte ein günstiges Ticket gekauft, aber am Schalter erklärte mir die Frau, dass für den Schnellzug ein Zuschlag von zwölf Franken fällig wird. Das ärgerte mich, weil auf der Internetseite kein Wort davon gestanden hatte.
Ausserdem gilt mein Abonnement nur in der Zone 110. Sobald der Zug die Grenze erreicht, braucht man ein zweites Billett. Ich finde dieses System kompliziert, obwohl mir der Kontrolleur freundlich alles erklärt hat.
Am Zoll stiegen zwei Beamte ein und kontrollierten die Pässe. Ein älterer Mann neben mir hatte zu viele Zigaretten im Koffer; er musste eine Gebühr bezahlen und war danach sehr schlechter Laune.
Kurz vor Chiasso hielt der Zug plötzlich an. Auf einem Bahnübergang waren ein Lieferwagen und ein kleines Auto zusammengestossen. Ich verstehe bis heute nicht, wie zwei Fahrzeuge an einer so übersichtlichen Stelle zusammenstossen können.
Wir warteten fast eine Stunde. Einige Fahrgäste wollten sofort zurückfahren, weil sie ihren Anschluss verpasst hatten, aber ich blieb sitzen. Am Abend war ich endlich bei meiner Schwester, und wir haben über die ganze Reise gelacht. Trotzdem würde ich das nächste Mal lieber den Bus nehmen: Er ist langsamer, dafür gibt es keinen Zuschlag und keine Diskussion über Zonen.