Zurzeit wohne ich in einer alten Wohnung im Zentrum von Winterthur. Zunächst fand ich die Küche ziemlich charmant: ein Gasherd, zirka fünfzig Jahre alt, mit einem Zünder, der schon lange nicht mehr funktioniert.
Deshalb brauche ich jeden Morgen ein Zündholz. Letzte Woche wollte ich zügig einen Kaffee kochen, bevor ich aus dem Haus ging. Weil ich zeitlich unter Druck stand, vergass ich den Hahn. Man muss ihn bei diesem Herd mit Kraft zudrehen. Ich wollte nur die Tür zumachen und meinen Rucksack nicht im Treppenhaus zurücklassen, dann rannte ich zum Bus.
Zufällig stand meine Nachbarin Frau Brunner am Mittag im Treppenhaus und rauchte eine Zigarette. Sie roch das Gas sofort und rief die Feuerwehr. Die Männer haben mein Küchenfenster von aussen zerschlagen.
Am Abend stand ich mit dem Hauswart in der kalten Küche. Er sagte, ein Anruf bei der Verwaltung wäre keine Zeitverschwendung gewesen, denn der Herd war schon zweifach gemeldet worden. Zuletzt hat er mir eine elektrische Kochplatte geliehen.
Ich finde, mit so einem Gerät wird zukünftig niemand mehr zurechtkommen. Ein Herd, den man nur mit Streichhölzern bedienen kann und dessen Flamme kaum drei Zentimeter hoch wird, gehört nicht mehr in eine Wohnung im Zentrum einer Stadt. Die Verwaltung hat einen neuen Herd versprochen, und seitdem schlafe ich ruhiger.