Bis im Februar war ich arbeitslos, deshalb habe ich die Anstellung im Architekturbüro Brunner in Winterthur sofort angenommen. Ausgebildet bin ich eigentlich als Altenpfleger, aber die tägliche Belastung in der Pflege war mir zu gross geworden. Angefangen habe ich hier als Aushilfe in der Assistenz.
Frau Brunner, die Architektin und Chefin, hat mir am ersten Tag alles gezeigt: wie ich die Telefonanlage bedienen muss, wo ich die Rechnungen abheften soll und warum zu jedem Auftrag die richtige Auftragsnummer gehört. Wenn jemand anruft und niemand anwesend ist, muss ich etwas ausrichten.
Nach zwei Wochen wollte der Abteilungsleiter die Arbeit zwischen dem Azubi Leon, der Auszubildenden Mira und mir neu aufteilen. Diese Aufteilung mussten wir natürlich zuerst gemeinsam absprechen, weil die beiden schon viel länger im Betrieb sind.
Ein Architekt aus dem Nachbarbüro hat mir gesagt, dass meine Arbeitsweise zu langsam ist. Das hat mich geärgert, obwohl er vielleicht recht hat. Eine neue Arbeitskraft braucht eben Zeit. Mein Vater, ein Beamter bei der Post, sagt auch, dass jeder Anfang schwer ist.
Trotzdem bin ich zufrieden. Die Tage sind abwechslungsreich und viel weniger anstrengend als früher im Heim. Ich würde diese Stelle heute nicht mehr tauschen, obwohl ich weniger verdiene als vorher.