Am Freitagnachmittag hatte ich eigentlich nur zwei Dinge vor: das Kfz in die Werkstatt bringen und danach schnell einkaufen. Weil die Werkstatt am Rand der Stadt liegt, musste ich den Rückweg zu Fuss machen.
Als Fussgänger sieht man eine Stadt ganz anders. Ich ging durch den Park, in dem ein paar Kinder im Kreis um einen alten Brunnen rannten, und kam an einem kleinen Wochenmarkt vorbei, den ich vorher nie bemerkt hatte.
Dort stand eine ältere Frau mit Gemüse aus der Region. Sie erklärte mir den Unterschied zwischen zwei Sorten, und als ich fragte, warum sie Erdapfel statt Kartoffel sagt, lachte sie und antwortete, dass sie aus Wien komme und das Wort nie aufgeben werde.
Ich konnte mich nur schwer entschliessen und kaufte am Ende viel mehr, als ich tragen konnte: Gemüse, Brot und eine Flasche Saft, der frisch gepresst war und deutlich mehr kostete als im Supermarkt.
Zu Hause sagte mein Mitbewohner, das sei Geldverschwendung gewesen. So etwas muss ich mir nicht gefallen lassen, denn den Saft hat er am Abend selbst fast ganz ausgetrunken. Seitdem gehe ich freitags öfter zu Fuss.