Ende Juni haben wir im Garten gefeiert. Meine Tante aus Hamburg fragte am Telefon, ob wir wirklich grillen wollen, und mein Cousin aus Wien wollte wissen, wer das Fleisch besorgt. Bei uns in Luzern sagt das niemand so: Wir grillieren.
Schon beim Einkaufen wurde es lustig. Meine Tante suchte ein Hähnchen, mein Cousin verlangte ein Hendl, und meine Mutter legte ein Hühnchen in den Wagen. Es war jedes Mal dasselbe Tier. Für die Hamburger formte ich Hackfleisch, dazu kamen Karotten vom Grill.
Auf dem Tisch standen zwei Flaschen: Auf der einen stand Ketchup, auf der anderen Ketschup. Mein Bruder isst glutenfrei und musste aufpassen, weil die Nudeln aus Hartweizen waren. Zum Glück hatte meine Mutter einen Salat mit Linsen gemacht, denn eine Hülsenfrucht enthält kein Gluten.
Am Nachmittag machten wir eine Jause. Der Kaffeefilter war leer, die Kinder tranken lieber Kakao, und mein Cousin erzählte, wie sehr er sein Wiener Kaffeehaus vermisst. Meine Grossmutter servierte Knödel nach einem alten Kochbuch; in Sachsen sagt man dazu Kloss, meinte meine Tante.
Zum Schluss gab es Glace mit Haselnuss, doch auf der Packung stand Glacé mit Akzent, was mein Cousin komisch fand. Am Abend waren alle satt. Auf der Heimfahrt hatte mein Bruder trotzdem wieder Hunger und wollte bei einem Imbiss halten. So hungrig kann doch niemand sein.