Letzten Frühling durfte ich eine Woche am Institut für Maschinenbau in Winterthur mitarbeiten. Mein Betreuer holte mich am Bahnhof ab und erklärte mir unterwegs, woran die Forschung dort gerade arbeitet: an einem Akkumulator, der auch bei minus zwanzig Grad noch genug Strom liefert.
Am ersten Tag durfte ich nur beobachten. Im Labor wurden Chemikalien gemischt, und eine Kollegin prüfte, ob die dünne Folie um die Zellen wirklich durchlässig ist. Alles wurde digital aufgezeichnet und abends auf einen Datenträger kopiert, damit keine Messung verloren geht.
Später durfte ich die Werte selbst analysieren. Aus meiner Tabelle entstand eine Grafik, und mein Betreuer zeichnete daneben ein Diagramm, in dem man den wichtigsten Faktor sofort erkannte: die Temperatur. Unsere Statistik war klein, aber statistisch sauber, weil wir jede Messung dreimal wiederholt hatten.
Am Donnerstag sprachen wir über Technik und Technologie. Ich hatte geglaubt, ein Ingenieur muss vor allem etwas erfinden, doch mein Betreuer lachte nur. «Eine grosse Erfindung gibt es selten», sagte er. «Meistens verbessert man ein Modell technisch um zwei Prozent, und wer objektiv bleibt, freut sich auch darüber.»
In der Kantine redeten wir sogar über Philosophie und über künstliche Intelligenz. Ein Doktorand erzählte von einem Astronauten, der ihn als Kind begeistert hatte. Ich finde, solche Wochen sollte jede Schule anbieten, weil man dabei merkt, wie geduldig Forschung wirklich ist.