Seit Oktober arbeite ich im Büro einer kleinen Musikschule in Innsbruck. Meine wichtigste Aufgabe klingt einfach: Ich muss die Termine für alle Kurse festsetzen. In Wirklichkeit ist das jedes Jahr ein kleiner Kampf, der schon im Dezember beginnt und oft erst im Feber zu Ende geht.
Der Unterricht findet jeweils zweimal pro Woche statt. Die Anfänger kommen montags und mittwochs am Vormittag, die Fortgeschrittenen dienstags und donnerstags am Nachmittag. Der grosse Saal ist freitags für das Orchester reserviert, und mittags macht das ganze Haus eine Stunde Pause.
Herr Gruber hat mich gestern angerufen, ein Vater, der seine Tochter immer fünf Minuten vor Beginn bringt und fünf Minuten nach Schluss wieder abholt. Er wollte, dass wir die Geigenstunde am Donnerstag auf einen anderen Nachmittag verschieben, weil sein Sohn im Jänner mit dem Eishockeytraining anfängt.
Einen Augenblick lang war ich wirklich sauer. Dann habe ich im Plan nachgesehen: Am Freitag um vier war tatsächlich ein Raum frei. Die Sache war in zehn Minuten erledigt, nachdem ich kurz mit der Lehrerin gesprochen hatte. Seitdem übt das Mädchen nachmittags und kommt sogar rechtzeitig.
Meiner Meinung nach ist ein Stundenplan nie für alle perfekt. Trotzdem sage ich den Eltern inzwischen jedes Mal: Rufen Sie jederzeit an, im Moment finden wir fast immer eine Lösung.