Am letzten Freitag war ich im Planetarium in Luzern. Eingeladen hatte uns unsere Lehrerin, weil ein Wissenschaftler aus Bern über seine Arbeit sprechen wollte. Ich hatte ehrlich gesagt wenig Lust, denn ich dachte, ein Abend über das Weltall ist vor allem etwas für Leute mit sehr viel Geduld.
Schon nach zehn Minuten habe ich meine Meinung geändert. Der Gast erzählte, wie sein Team ein kleines Messgerät gebaut hat, das im nächsten Jahr an einem Satelliten mitfliegen soll. Bevor so ein Gerät startet, muss man es monatelang testen: bei grosser Hitze, bei minus achtzig Grad und in einer Kammer ohne Luft.
Besonders gut gefallen hat mir, wie offen er über Fehler gesprochen hat. Zwei Versuche gingen kaputt, und beim dritten war das Ergebnis mit den älteren Messungen nicht vergleichbar, weil die Software vorher geändert worden war.
«Das gehört zur Wissenschaft», sagte er ruhig. «Wir schreiben auch auf, was nicht funktioniert hat, obwohl das niemand gern liest.»
Am Ende fragte ein Junge, ob Maschinen die Menschen im Labor bald verdrängen werden. Der Gast antwortete, dass Computer zwar schneller rechnen, dass die Fragen aber immer noch von Menschen kommen. Diesen Satz fand ich gut, auch wenn ich nicht sicher bin, ob er in zwanzig Jahren noch stimmt.