Seit drei Wochen wird vor unserem Haus der Gehsteig erneuert. Die Arbeiter hämmern schon ab sieben Uhr, und der Geruch von heissem Teer zieht durch das gesamte Treppenhaus. Meine Mutter und ich hassen diesen Lärm, obwohl wir wissen, dass die alten grauen Platten wirklich hässlich waren.
Wir kommen aus Griechenland. Athen, die Hauptstadt, ist unsere Heimat, und im Winter haben wir oft Heimweh. Der Hauptgrund dafür ist nicht das Essen, sondern das Licht: Hier ist der Himmel im November grau, dort ist er fast immer blau. Manchmal weint meine Mutter heimlich in der Küche.
Gestern ist dann etwas Schönes geschehen. Ein Arbeiter in einer gelben Weste hat geklingelt und gefragt, ob wir genügend Wasser für ihn hätten. Er hat kurze graue Haare und lacht sehr laut. Als mein Vater nach dem Hammer greifen wollte, der auf unserer Treppe lag, rief der Mann: «Vorsicht, der ist schwer!»
Beim Kaffee hat er erzählt, dass seine Frau ein griechisches Restaurant in der Nähe führt. Meine Mutter war sofort glücklich. Sie hat ihm erklärt, wie ein echtes Moussaka gelingen kann, und er hat alles aufgeschrieben. Am Abend wollten wir noch einen Film gucken, aber niemand konnte der Handlung folgen.
Am Samstag essen wir dort. Ich bin gespannt, ob es genauso schmeckt wie bei meiner Grossmutter.