Mein Bruder Davut wollte in Basel einen kleinen Imbisswagen eröffnen. Er dachte, das wäre eine Sache von zwei Wochen. Am Ende hat es sieben Monate gedauert, und ohne Hilfe hätte er wohl aufgegeben.
Zuerst musste er beim Amt einen Antrag einreichen, einschliesslich einer Fotokopie vom Führerschein, einem Führungszeugnis und einer Bestätigung aus seinem Herkunftsland. Dieses Papier gab es nur beim Konsulat, und dort wurde es erst nach sechs Wochen elektronisch verschickt.
Im Formular standen Fragen, die ich seltsam fand: Familienname, Familienstand, Geschlecht, männlich oder weiblich. Was hat das mit Pommes zu tun? Der Beamte sagte nur, dass alle Angaben den gesetzlichen Vorschriften entsprechen müssen.
Dann kam die Feuerwehr und kontrollierte den Wagen. Sie verlangte einen zweiten Feuerlöscher, sonst würde niemand die Erlaubnis genehmigen. Ich fragte, ob nicht eine Ausnahme gestattet sein könnte, aber die Antwort war endgültig.
Teuer wurde es auch. Davut nahm einen Kredit auf, schloss eine Haftpflichtversicherung ab und zahlte die erste Rate, die schon im Juli fällig war. Die Mehrwertsteuer meldete er fristgerecht an, weil ihm ein Freund erzählt hatte, dass bei grossen Fehlern sogar die Kriminalpolizei kommen kann.
Heute steht der Wagen am Rhein und läuft gut. Davut sagt, dass ihn jede einzelne Formalität Nerven gekostet hat. Trotzdem findet er die Kontrollen richtig, denn er möchte selber nicht dort essen, wo nie jemand kontrolliert.