Ich bin neulich mit dem Nachtzug nach Österreich gefahren. Zu Hause sitze ich jetzt ziemlich nachdenklich am Tisch, denn die Reise lief anders als geplant. Schon am Bahnhof war ich nervös, weil ich meinen Rucksack erst in letzter Minute gepackt hatte.
Im Zug wollte ich meine Fahrkarte nachsehen, doch sie war nirgends. Ich suchte in allen Taschen, in der Kapuze, im Buch: nirgendwo ein Ticket. Der Schaffner war sehr nett und meinte, ich solle in Ruhe noch mal suchen. Es war offenbar am Bahnsteig aus der Jacke gefallen.
Meine Sitznachbarin, eine Schneiderin aus Innsbruck, sagte nur: „Alles o.k., das bekommen wir hin.“ Sie holte eine Nadel aus ihrer Tasche und nähte parallel zum Gespräch meinen losen Knopf wieder an. Auf dem niedrigen Tisch lag ein Stück Pappe, auf das jemand ordentlich „Nichtraucher“ geschrieben hatte. Ich fand das okay.
In Tirol wartete dann ein kleines Paradies auf mich: ein Bauernhof mit Blick auf die Berge. Durch eine schmale Öffnung im Holzzaun sah man direkt ins Tal. Das Wetter war natürlich nicht perfekt, aber ich blieb optimistisch und ging trotzdem jeden Tag wandern.
Am Ende war nur eine Sache wirklich negativ: Ich musste die Fahrkarte nochmals kaufen und dafür sechzig Euro zahlen. Trotzdem weiss ich nun, dass man öfter spontan losfahren sollte. Wer immer alles plant, erlebt am Schluss weniger.