Im Februar fuhren wir für eine Woche nach Adelboden. Meine Mutter wollte sich erholen, mein Vater wollte jeden Tag wandern, und ich wollte endlich wieder auf den Ski stehen.
Der erste Tag war hart. Der Skisport ist eine Sportart, die mehr Kraft kostet, als man im Fernsehen sieht, und ich bin kein besonders sportlicher Mensch. Nach zwei Stunden aber hatte ich grossen Spass, weil mein Lehrer ruhig blieb und mich nie auslachte.
Am Mittwoch gab es im Dorf ein Rennen. Ein junger Sportler aus Österreich feierte einen überraschenden Sieg, obwohl er kurz vor dem Ziel über eine Kante springen musste. Als der Sieger auf das Podest stieg, begannen alle zu singen. Ein Trainer neben mir erklärte, dass man im Sommer hart trainieren muss, wenn man im Winter siegen will.
Am Donnerstag war das halbe Dorf ein Studio, denn ein Team drehte einen Spielfilm. Eine Szene beim Spielplatz wurde achtmal wiederholt, und wer sich langweilen wollte, hatte dazu genug Gelegenheit. Ich fand es trotzdem spannend zu sehen, wie ein Film entsteht.
Zu Hause kann ich stundenlang im Internet surfen oder eine Soap anschauen, die ich eigentlich schlecht finde. In den Bergen wollte niemand vor dem Fernseher sitzen. Wer sich vergnügen will, sollte am Abend spazieren gehen; unser letzter Spaziergang im Schnee war schöner als jeder Song im Radio. Und wer sich amüsieren möchte, braucht dafür kein teures Hotel.