Im Juli sind meine Schwester und ich mit dem Fahrrad durch die Schweiz gefahren. Auf den Autos klebt hier ein Schild mit den Buchstaben CH, und die kommen von Confoederatio Helvetica. Diesen lateinischen Namen kannte ich vorher nicht, und er klang für mich fast exotisch.
Unsere Route führte dem Rhein entlang. Die Entfernung bis Basel war nicht gross, doch wir hatten viel Zeit. Wir übernachteten auf einem Campingplatz unter einer Burg aus dem 13. Jahrhundert, und am Morgen standen wir auf einer Brücke und schauten einer alten Eisenbahn zu.
In einem Städtchen wurde es dann unangenehm. Wir fuhren aus Versehen in eine Einbahnstrasse, und ein Fahrzeug kam uns entgegen. Der Mann öffnete die Tür auf der Fahrerseite, ohne zu schauen, und ich lag plötzlich auf der Fahrbahn. Gleichzeitig wollte ein Auto in eine Einfahrt einparken und blockierte alles.
Zurück nahmen wir den Zug. Der Fahrplan im Internet stimmte nicht mehr, und erst eine Durchsage sagte uns, auf welchem Gleis wir einsteigen mussten. Für die Velos brauchten wir eine zweite Fahrkarte. In Basel war nur noch ein Doppelzimmer frei, obwohl ein Einzelzimmer kaum weniger gekostet hätte.
Am Montag brachte ich meine Schwester zum Flughafen. Am Check-in-Schalter mussten wir ihr Velo extra einchecken, und auf der Karte stand eine Einsteigezeit, die niemand ernst nahm. Später schrieb sie mir, dass ein Flugbegleiter ihr einen Fensterplatz gegeben hat. Trotz meines Sturzes würde ich die Tour sofort wiederholen.