Mein Wecker klingelte am Sonntag um sechs. Eigentlich soll mich sonst niemand so früh wecken, aber mein Bruder Luca wollte unbedingt den alten Gartenschrank westlich vom Haus reparieren. Ich war sofort wach und fragte mich, wieso ich Ja gesagt hatte.
Im Schuppen fanden wir weder eine Zange noch passende Schrauben. Luca meinte, das alte Holz wäre wahrscheinlich sowieso wertlos, und er wollte alles wegschmeissen. Ich fand das übertrieben, denn die Bretter waren weder nass noch weich geworden.
Also fuhren wir zum Baumarkt. Was für ein Glück, dass es dort wasserdichte Farbe im Angebot gab! Wir kauften z. B. auch eine wetterfeste Plane und zwei Pinsel. Zu Hause legten wir die Bretter waagerecht auf zwei Böcke und strichen sie.
Nach dem Mittagessen konnte es endlich weitergehen. Luca wollte die alten Scharniere einfach in den Container werfen, doch in Wirklichkeit funktionierten sie noch wunderbar. Weshalb sollte man etwas ersetzen, das noch hält? Wir stritten wahnsinnig lange, bis die Nachbarin anfing, uns vom Balkon zu winken.
Am Abend stand der Schrank wunderschön grün gestrichen im Garten. Luca hat wohl gemerkt, dass ich recht hatte, auch wenn er das nie zugeben würde. Er sagte nur, wir sollten uns öfter draussen wohlfühlen. Genau das machen wir jetzt jeden Sonntag.