Im Schaufenster an der Bahnhofstrasse standen letzte Woche braune Stiefel, die als Sonderangebot ausgezeichnet waren. Daneben hingen ein kurzer Rock und eine dicke Strumpfhose. Eigentlich hasse ich Shopping, doch diesmal bin ich sofort hineingegangen.
Die Stiefel kosteten nur neunundvierzig Franken, und dazu bekam ich eine kleine Tasche und eine Tüte mit Proben: Zahncreme, Seife und ein Stück Schmuck aus Glas. Weil meine Karte zu Hause lag, legte ich zwei Scheine auf den Tisch.
Am Abend suchte ich dieselben Stiefel in Schwarz im Internet und legte sie in den Warenkorb. Die Versandkosten von acht Franken ärgerten mich, denn auf der Startseite stand, dass jede Bestellung versandkostenfrei ist. Erst im Kleingedruckten fand ich die Versandkostenpauschale. Da ich den Betrag lieber überweisen wollte, dauerte der Versand noch länger.
Nach zehn Tagen kam eine Schachtel an, doch darin lagen die Stiefel in Grösse 41 statt 39. Auf einem Zettel im Paket stand etwas über das Widerrufsrecht, aber ich wollte die Schuhe nicht zurückgeben, sondern nur umtauschen.
Also brachte ich das Paket zur Post. Der Mitarbeiter musste es zuerst wiegen, bevor er es versenden durfte; die Rücksendung war für mich kostenlos, weil der Shop den Fehler gemacht hatte. Der Umtausch dauerte dann noch eine ganze Woche. Trotzdem finde ich: Im Laden sieht man, was man kauft, während man online alles zurücksenden muss, was nicht passt.