Als ich vor zwei Jahren in die Schweiz kam, verstand ich die Amtssprache kaum, und jede Behörde machte mir Angst. Ich wollte kein Asyl beantragen, sondern nur meinen Aufenthalt verlängern und endlich eine Arbeitserlaubnis bekommen.
Auf dem Amt musste ich vier Formulare ausfüllen. Eine freundliche Beamtin erklärte mir, welche Angaben fehlten: Ohne gültigen Ausweis und ohne beglaubigte Kopien geht gar nichts. Meine Zeugnisse musste ich zuerst beglaubigen lassen, und die Beglaubigung kostete vierzig Franken.
Danach sollte die Universität meinen Abschluss anerkennen. Die Anerkennung dauerte drei Monate, weil die Ämter im Sommer die Bearbeitung auf zwei Tage pro Woche beschränken. Wenigstens konnte mir mein früherer Chef schriftlich bescheinigen, dass ich sechs Jahre als Technikerin gearbeitet hatte.
Einmal hätte ich fast alles hingeworfen. Ich wollte mein Konto auflösen und zurückfliegen. Eine Anwältin, die ich in einer Beratungsstelle traf, erklärte mir aber, dass eine Behörde eine Entscheidung auch wieder aufheben muss, wenn sie falsch war.
Im Mai kam endlich der Bescheid, und ich war berechtigt zu arbeiten. Die Beamtin konnte mir die Karte sofort ausstellen.
Heute habe ich ein altes Auto, eine Autoversicherung und eine Karte, die an jedem Bankomat funktioniert. Meiner Meinung nach sind nicht die Formulare das Problem, sondern dass niemand sie einem erklärt. Ein einziger guter Rat am Anfang hätte mir ein ganzes Jahr gespart.