Die Reservierung hatte ich noch im Reisebüro am Marktplatz gemacht, altmodisch, mit Papier und Stempel. Zwei Wochen später standen wir in Zürich vor einem Leihwagen, der kleiner war als erwartet: ein Pkw mit zerkratzter Stossstange und einem Motor, der beim Starten hustete.
Mein Sohn hatte nur einen Rucksack dabei, ich dazu eine Tüte voller Mitbringsel für die Verwandtschaft im Osten des Landes. Um sechs wollten wir losfahren, tatsächlich wurde es neun.
Die Autobahn nach Norden ist mehrspurig, und wer dort links fährt, sollte wissen, was er tut. Ein Laster nach dem anderen zog an uns vorbei; ein Motorrad schob sich zwischen zwei Lkw hindurch, als wäre das Strassenverkehrsgesetz eine Empfehlung. Radfahrer gibt es hier natürlich keine, und genau deshalb ist diese Strecke so trostlos.
Schöner wurde es erst in der mittelalterlichen Altstadt. Dort darf man kaum irgendwo parken, und in jeder Querstrasse steht eine Parkuhr, die mehr verlangt als unser Mittagessen kostete. «Bei uns sagt man parkieren», korrigierte mich der Mann an der Rezeption lächelnd. Wir liessen den Wagen also stehen und vertrauten dem Nahverkehrssystem, das zuverlässiger war als sein Ruf.
Vom Pier legte am Nachmittag ein Dampfschiff ab; die Passagiere sassen mit Sonnenhüten an Deck, als wäre es das Jahr 1910. Vor dem Museum wartete eine Kutsche auf Touristen, und ich kaufte, weil mir nichts Besseres einfiel, eine Postkarte, die ich bis heute nicht abgeschickt habe.
Mein Sohn, der lieber geflogen wäre, gab am letzten Abend zu, dass ihm die Woche gefallen habe: kein Start, keine Landung, kein Warten am Band — dafür Umwege, eine Panne und ein Motor, den wir am Ende fast liebten. Beim nächsten Mal, sagte er, sollten wir wieder mit dem Leihwagen fahren.