Jede Sekunde wird in der Schweiz Boden überbaut, und zwar dauerhaft: Ein versiegelter Quadratmeter ist auf menschliche Zeiträume verloren. Weil die Fläche nicht wächst, ist Boden das einzige wirklich knappe Gut in dieser Diskussion.
Die Zersiedelung hat Gründe, die niemand einzeln falsch fand. Ein Einfamilienhaus am Dorfrand war günstig, eine Umfahrungsstrasse war praktisch, eine Gewerbezone brachte Steuern. Erst die Summe ergibt eine Landschaft, in der man ohne Auto kaum lebt.
Das Raumplanungsgesetz verlangt darum Verdichtung nach innen: Bauen dort, wo Infrastruktur schon vorhanden ist. In der Praxis stösst das auf Widerstand, weil Verdichtung konkret bedeutet, dass neben einem bestehenden Haus höher gebaut wird.
Interessant sind die Zahlen zum Verbrauch pro Person. Wohnungen sind grösser geworden, Haushalte kleiner. Ein grosser Teil des zusätzlichen Flächenbedarfs entstand nicht durch Zuwanderung, sondern durch die Art, wie wir wohnen.
Wirksam sind Instrumente, die selten Schlagzeilen machen: Rückzonungen überdimensionierter Bauzonen, Anreize für den Umbau statt Abriss, Baurechte statt Verkauf. Sie greifen langsam, aber sie greifen dort, wo Entscheide für Jahrzehnte fallen.
Der Satz, dass Boden nicht vermehrbar ist, klingt banal. Er hat aber eine harte Folge: Jede Fläche kann nur einmal verwendet werden, und jede Generation entscheidet damit auch für die nächste.