Wer online eine Wohnung mietet, ein Konto eröffnet oder ein Zeugnis anfordert, muss beweisen, wer er ist. Bisher geschieht das mit Kopien von Ausweisen, Videoanrufen und Passwörtern – umständlich, unsicher und für jeden Dienst anders.
Eine staatlich anerkannte elektronische Identität soll das ersetzen. Wichtig ist die Bauweise. Eine Lösung, die Daten zentral sammelt, erzeugt ein attraktives Ziel für Angriffe. Eine Lösung, bei der die Daten auf dem Gerät der Person bleiben, vermeidet dieses Risiko.
Ebenso wichtig ist die Sparsamkeit der Auskunft. Ein Getränkeautomat muss nicht das Geburtsdatum kennen, sondern nur, ob jemand über achtzehn ist. Ein Vermieter braucht keine Kopie des Ausweises, sondern eine Bestätigung der Identität.
Ein erster Anlauf für eine solche Identität scheiterte an der Urne, weil die Herausgabe privaten Firmen überlassen werden sollte. Diese Ablehnung war kein Nein zur Technik, sondern eine Aussage darüber, wer Identität ausstellen darf.
Freiwilligkeit bleibt die zweite Bedingung. Solange wichtige Dienste auch ohne elektronische Identität zugänglich sind, entsteht kein Zwang. Fällt diese Alternative weg, wird ein freiwilliges Angebot faktisch zur Pflicht.
Richtig gebaut, könnte eine solche Identität Datenschutz verbessern statt verschlechtern: weniger Kopien in fremden Ordnern, weniger Passwörter, weniger Auskünfte, die niemand braucht. Falsch gebaut, entsteht ein Schlüssel, der zu viele Türen öffnet.