In Gesprächen über Unternehmertum kommt das Scheitern selten vor, obwohl es die häufigste Form des Endes ist. Ein erheblicher Teil neuer Firmen existiert nach fünf Jahren nicht mehr, und die meisten davon sind nicht spektakulär gescheitert, sondern langsam.
Die Ursachen sind bekannter, als die Erzählungen vermuten lassen. Selten fehlt die Idee; häufiger fehlt eine zahlende Kundschaft, ein zweiter Geldgeber oder die Bereitschaft, einen Plan zu verwerfen, in den bereits viel Arbeit geflossen ist.
Wie eine Gesellschaft mit Scheitern umgeht, verändert die Zahl der Versuche. Wo ein Konkurs ein Berufsleben lang haftet, gründen weniger Leute; wo eine gescheiterte Firma als Erfahrung gilt, gründen dieselben Leute ein zweites Mal – oft erfolgreicher.
Rechtlich geht es dabei um Fristen und Haftung. Klare Verfahren, die einem Schuldner nach einer bestimmten Zeit einen Neuanfang erlauben, gelten unter Fachleuten als wirksames Mittel gegen wirtschaftliche Erstarrung.
Auf persönlicher Ebene ist die Lage komplizierter. Wer eine Firma schliesst, verliert nicht nur Geld, sondern eine Rolle, eine Erzählung und manchmal einen Teil seines Umfelds. Beratungsstellen berichten, dass viele erst sehr spät Hilfe suchen.
Vielleicht wäre schon eine kleine Verschiebung nützlich: weniger Bewunderung für den Erfolg und mehr Interesse an der Frage, was genau jemand gelernt hat. Die Antwort darauf ist selten heroisch, aber brauchbar.