Behörden, Banken und Verkehrsbetriebe verlagern ihre Dienste ins Netz. Für die meisten ist das bequem. Für einen Teil der älteren Bevölkerung bedeutet es, dass alltägliche Vorgänge schwieriger geworden sind als vor zehn Jahren.
Das Problem liegt selten im Gerät allein. Wer ein Konto online führen soll, braucht ein Passwort, eine zweite Bestätigung auf einem zweiten Gerät, ein Verständnis für Warnmeldungen und das Vertrauen, dass ein Klick nicht alles zerstört. Jeder Schritt für sich ist klein; zusammen ergeben sie eine Hürde.
Hinzu kommt ein Kreislauf. Wer keine Übung hat, macht Fehler, und wer Fehler macht, vermeidet den nächsten Versuch. Genau dieser Kreislauf, nicht das Alter, erklärt die meisten Unterschiede.
Wirksam sind Angebote, die geduldig und wiederholt stattfinden: Sprechstunden in Bibliotheken, Kurse in kleinen Gruppen, Jugendliche, die in Alterszentren helfen. Entscheidend ist, dass jemand dieselbe Frage zweimal stellen darf.
Ebenso wichtig ist eine Pflicht auf der anderen Seite. Solange wichtige Dienste nur digital angeboten werden, entsteht Ausschluss. Ein Schalter, ein Telefon mit Menschen und ein Formular auf Papier sind keine Nostalgie, sondern Teil der Grundversorgung.
Die Alterung der Bevölkerung wird diese Frage vergrössern, aber sie betrifft nicht nur Alte. Jede Person, die eine Sprache lernt, wenig verdient oder schlecht liest, stösst an dieselben Hürden.